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Frankreich 2009
Regie: Philippe Lioret
Darsteller: Derya Ayverdi, Vincent Lindon ,Audrey Dana, Firat Ayverdi
115 min.
„Welcome“ – Willkommen, das sind die aus den vielen politischen wie wirtschaftlichen Brennpunkten dieser Welt kommenden Asylsuchenden und Flüchtlinge nirgendwo in der Festung Europa. Die, die es unter größten Entbehrungen und aller Gefahren zum Trotz bis nach Italien oder England, Deutschland oder Frankreich schaffen, lernen sehr schnell, dass sie dort nicht erwünscht sind. Im besten Fall werden sie in diesen Ländern vielleicht geradeso geduldet. Aber selbst dann geben sich die westeuropäischen Staaten und ihre Organe noch die größte Mühe, ihnen das Leben so unerträglich wie nur eben möglich zu machen - und die meisten Europäer schauen sowieso einfach weg. Gegen dieses Wegschauen, diese Gleichgültigkeit im Angesicht einer zynischen Politik der Besitzstandswahrung, kämpft der französische Filmemacher Philippe Lioret („Die Frau des Leuchtturmwärters“, Keine Sorge, mir geht´s gut) mit seinem leisen, aber ungeheuer eindringlichen Flüchtlingsdrama „Welcome“ an. Er bezieht Stellung gegen ein menschenverachtendes System, ohne dabei auch nur für einen einzigen Moment in einen typischen Pamphlet-Ton abzurutschen. Die Verhältnisse an der nordfranzösischen Küste sprechen im Endeffekt für sich. Also konzentriert sich Lioret ganz auf seine Protagonisten, deren Entscheidungen, selbst die kleinsten unter ihnen, automatisch eine politische Dimension erhalten.
In seiner Heimat im Norden Iraks hatte der 17-jährige Kurde Bilal (Firat Ayverdi) nie eine große Zukunft. Aber vielleicht wäre er wie seine Familie trotz allem dort geblieben. Doch dann hat Mina (Derya Ayverdi), die große Liebe seines Lebens, das Land verlassen und ist nach London ausgewandert, wo ihr Vater schon seit Jahren arbeitet. Also hat auch er sich auf den Weg in Richtung Großbritannien gemacht. Nach drei langen, beschwerlichen Monaten ist er nun in Calais angekommen. Nur noch der Ärmelkanal trennt ihn von dem Land seiner Hoffnungen und Träume. Doch der ist nahezu unüberwindlich. Nachdem sein erster Versuch, mit zahlreichen anderen Illegalen versteckt in einem Lkw nach England zu kommen, gescheitert ist, fasst er den riskanten Entschluss, den Kanal zu durchschwimmen. Also nimmt er in einem Schwimmbad Unterricht bei dem ehemaligen Wettkampfschwimmer Simon (Vincent Lindon, Hass – La Haine, Wenn wir zusammen sind). Der hat im Moment eigentlich seine eigenen Probleme und verhält sich zunächst extrem abweisend. Aber schon bald ist er so fasziniert von Bilals Ausdauer und Mut, dass er ihm auch außerhalb des Schwimmbads immer mehr hilft…
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